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Artikel und Meinungen auf dieser Seite, die nicht direkt von der Palästinensischen Gemeinde Österreich stammen, müssen nicht unbedingt der Meinung der Palästinensischen Gemeinde Österreich entsprechen. Alle Rechte vorbehalten.

 

Oberrabbiner Moishe Arye Friedman
1020 Wien

 

Datum: 5.4.2004

 

An: Association of European Journalists
zhv. Dr. Helmut Hetzel President

 

 

Betrifft: Beitrag

 

 

Sehr Geehrter Chefredakteur!!!

 

Darf ich Sie sehr herzlichst um eine freundliche wie vollständige Veröffentlichung dieses Beitrages ersuchen.

 

In den letzten Wochen ist es in Europa und weltweit zu einer heftigen Diskussion über den neuen Film von Mel Gibson gekommen. Insbesondere Repräsentanten des Staates Israel und der sogenannten Israelitischen Kultusgemeinden, wie Herr Spiegel, Herr Roman Bronfman, Michel Friedman, Ariel Muzikant u. a. haben sich in extrem provokativer Weise geäußert und erpresserische Forderungen gegenüber der katholischen Kirche und den christlichen Nationen erhoben. Diese „Israelitischen Kultusgemeinden“ vertreten aber das glaubenstreue Judentum nicht, sondern bekämpft die strenggläubigen, antizionistischen orthodoxen Juden weltweit sogar mit kriminellen Methoden.

 

Zum Film selbst können und wollen wir uns nicht äußern, da wir aus moralischen und religiösen Gründen prinzipiell keine Filme verfolgen. Zum Hintergrund dieses Films möchten wir aber angesichts der bewusst angeheizten Verwirrung sehr wohl Stellung nehmen, ohne auf die Ereignisse von vor 2.000 Jahren in diesem Artikel ausführlicher einzugehen.

 

Seit ca. 58 Jahren muss die Welt beobachten, wie die arabische Bevölkerung Palästinas ihrer Siedlungsgebiete beraubt, großteils vertrieben und vom Apartheidstaat Israel blutig verfolgt eliminiert wird. Die Palästinenser haben dabei nicht die geringste Chance, sich zu wehren, da die Holocaust-Keule stets gleich genutzt wird, jeden Kritiker an diesen ethnischen Säuberungen mundtot zu machen. Dabei führt Israel einen eigenen Holocaust gegen die Palästinenser durch, der im Unterschied zu den Barbareien der Vergangenheit vor den Augen der ganzen Welt in aller Öffentlichkeit exekutiert wird, was kein Beispiel in der Weltgeschichte hat. Gleichzeitig wird der Eindruck erweckt, dass der Staat Israel und die sogenannten Israelitischen Kultusgemeinden die legitimierten Vertreter des Judentums bzw. der jüdischen Religion seien, woran auch die katholische Kirche und der Vatikan nicht unschuldig sind. In dieser Situation kommen die einfachen Bürger auch zu Recht zum Schluss, daß die Juden als Juden bzw. als Glaubensgemeinschaft ein mieses Volk, brutal und blutdürstig sind. Doch wie man die gläubigen Juden nicht für die Taten der vom Glauben abgefallenen jüdisch-stämmigen Bolschewisten, Kommunisten etc. verantwortlich machen kann, gilt dies in gleicher Weise für die Zionisten und Israel, deren Existenz dem wahren jüdischen Glauben entgegengesetzt ist.

Die echte jüdische Natur wird vielmehr durch die hunderttausenden streng-orthodoxen Gläubigen repräsentiert, die sich gemäß dem Willen Gottes den verschiedenen Nationen, unter denen sie leben, unterordnen und immer loyale Bürger des jeweiligen Staates waren und sind. Das gilt ebenso für Palästina und die anderen arabischen bzw. islamischen Staaten, wo wir über Jahrhunderte mit Dankbarkeit deren außergewöhnliche Gastfreundschaft genossen haben.

 

Die vom Glauben abgefallenen Zionisten können aber das Judentum nie und nimmer repräsentieren, sondern erscheinen der Weltöffentlichkeit zurecht als gottlose Mörder. In diesem Zusammenhang ist auch auf die sehr richtigen Feststellungen des in unseren Gemeinden weltweit geschätzten und höchst anständigen CDU-Politikers Dr. Martin Hohmann hinzuweisen.

 

Gerade jetzt im Zuge unserer jüdischen (Ostern) Pesach-Feiertage, wo wir in der Tora von Gott vielmals daran erinnert werden, dass die Juden Flüchtlinge waren und aufgrund der eigenen Erfahrungen auch mit anderen in schweren Situationen barmherzig und sensibel umgehen sollen, müssen wir daran erinnern, dass mit keinem Recht der Welt den ca. 6 Millionen palästinensischen Flüchtlingen ihre Rückkehr in die Heimat verweigert werden kann. Darüber hinaus müssen wir daran erinnern, dass es die Zionisten waren, die in verschiedenen Ländern mit massiven Mitteln vor, während und nach dem Zweiten Weltkrieg verhindert haben, jüdische Flüchtlinge aufzunehmen. In diesem Zusammenhang ist es die katholische Weltorganisation Caritas gewesen, die den meisten geholfen und deren Zukunft gesichert hat.

 

Es ist uns rätselhaft, dass die Liquidierung palästinensischer Religionsführer von der Internationalen Gemeinschaft zugelassen wird, während sogenannte Oberrabbiner des Staates Israel, die hinter allen blutigen und terroristischen Militäraktionen dieses Landes stehen, von allen Regierungen der Welt und auch im Vatikan mit großem Triumph feierlich empfangen werden. Doch sie sind keinesfalls die Vertreter des jüdischen Glaubens! Das gilt auch für die orthodox bekleidete und die terroristischen Siedlergruppen unterstützende Kach Kahane Chabad Lubavich Bewegung, die in Österreich so große Förderung erhält. Nur das Tora-treue antizionistische Judentum repräsentiert den wahren jüdischen Glauben. Es ist an der Zeit, dass die Weltöffentlichkeit und auch die katholische Kirche und der Vatikan dies erkennen und sich nicht weiter von den gottlosen Zionisten erpressen lassen.

 

Herzlichen Dank

 

Moishe Arye Friedman
Oberrabbiner der Orthodoxen Jüdischen Gemeinde Wien Österreich

 

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