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Fritz Edlinger: Israel setzt politische „Spiele“ mit der palästinensischen Führung fort!
 
Vor genau 57 Jahren sind in Folge der Gründung des Staates Israel rund 800.000 PalästinenserInnen aus ihrer Heimat vertrieben und danach gewaltsam an der Rückkehr gehindert worden. Diese unbestreitbare historische Tatsache ist unter der Bezeichnung „Al Nakba“ (Die Katastrophe) in das Gedächtnis des palästinensischen Volkes eingegangen. Damit hat der Prozess der Vertreibung und Enteignung des palästinensischen Volkes durch den Staat Israel begonnen. Dieser Prozess ist bis heute nicht zum Stillstand gekommen, im Gegenteil, er wurde konsequent und unter Missachtung zahlreicher völkerrechtlicher Normen bis zum heutigen Tag fortgesetzt. Den Palästinensern wurden im Laufe der vergangenen Jahrzehnte viele Hoffnungen gemacht und eine faire und gerechte Lösung versprochen, die Tatsachen vor Ort zeigen jedoch eine völlig andere Realität. Noch nie war das palästinensische Volk so weit von der Verwirklichung ihres Traumes der Errichtung eines eigenen und vor allem lebensfähigen Staat entfernt. Diese desillusionierende Einschätzung findet sich in einer heute publizierten Erklärung des Generalsekretär der „Gesellschaft für Österreichisch-Arabische Beziehungen“ (GÖAB) Fritz Edlinger.

Der GÖAB-Generalsekretär nimmt in seiner Stellungnahme unter anderem auch Bezug auf die jüngsten Erklärungen des israelischen Ministerpräsidenten Arik Sharon und anderer führender israelischer Regierungsmitglieder. Der mit immer neuen Vorwänden verzögerte Rückzug aus dem besetzten Gazastreifen, zugleich aber die kompromisslose Fortsetzung des Raubes von palästinensischen Gebieten zur weiteren Errichtung illegaler israelischer Siedlungen in der Westbank stellt die Fortsetzung jener Politik dar, welche unterschiedliche israelische Regierungen seit vielen Jahren praktizieren. Durch diese Politik wird die Errichtung eines lebensfähigen palästinensischen Staates immer schwieriger. Es gibt bereits ernstzunehmende Stimmen, selbst innerhalb des israelischen Friedenslagers, welche die tatsächliche Gründung eines derartigen Staates für kaum mehr möglich halten. Dass damit eine Perpetuierung des jahrzehntelangen blutigen israelisch-palästinensischen Konfliktes vorprogrammiert zu sein scheint, ist leider viel zu wenigen Akteuren und Beobachtern bewusst, führte Fritz Edlinger weiter aus.

Besonders bedenklich findet der Nahostexperte die Tendenz der gegenwärtigen israelischen Regierung, die Diffamierung der gewählten Vertreter des palästinensischen Volkes fortzusetzen. In den letzten Wochen häuften sich negative und abschätzige Bemerkungen über den neu gewählten palästinensischen Präsidenten Mahmoud Abbas/Abu Mazen. Dies erinnere frappant an die mehrjährige Kampagne gegen Yasser Arafat, den man – obwohl er wie kein anderer das palästinensische Volk hinter sich hatte – letztlich als Gesprächspartner abgelehnt und unter Hausarrest gesetzt hat. Diese Vorgangsweise sei absolut inakzeptabel, es könne sich schließlich auch das palästinensische Volk nicht aussuchen, welchen Politiker das israelische Volk zu seinem Ministerpräsidenten wähle. Wer die Biographie Arik Sharons kenne, der kann sich auch nicht vorstellen, dass der „Schlächter von Beirut“ und der Vater der israelischen Siedlerbewegung bereit und in der Lage sei, einen wirklichen Frieden mit dem palästinensischen Volk zu schließen. Fritz Edlinger forderte daher abschließend vor allem auch die zuständigen PolitikerInnen der Europäischen Union auf, dieser beginnenden Diffamierung und Delegitimierung des palästinensischen Präsidenten auf das Schärfste entgegen zu treten und von der israelischen Regierung endlich eine bedingungslose und zügige Einhaltung bereits vielfach gegebener Zusagen zu verlangen.

Wien, 15.5.2005

Weitere Informationen:
Gesellschaft für Österreichisch-Arabische Beziehungen
A-1150 Wien, Stutterheimstraße 16-18/2/5
Tel. 01 5267810
Fax. 01 5267795
e-mail:
office.vienna@saar.at

Webseite: www.saar.at

 

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