Sumaya Farhat-Naser
Brief aus Palästina
Juli 2004
Liebe Freunde,
Nach langem Schweigen grüße ich Euch aus Birzeit, Jerusalem ist
sehr nahe und doch sehr fern, denn die Mauer gewinnt an Gestalt
und Wirkung. Ich möchte über unser Leben berichten, über unsere
Nöte, aber auch über die Kraft und Kreativität, die wir dadurch
erlangen, dass wir überleben wollen. Und wir werden überleben.
Ohnmacht, Angst und Verzweiflung drohen, uns zu erdrücken.
Gefühle, ausgestoßen, ausgeliefert zu sein, Verluste, Demütigung
und Entbehrung greifen unser Selbstwertgefühl an. Sie schlagen
oft um in Wut, Zorn, Radikalismus und Fanatismus. Ich spüre den
gewaltigen Druck, der uns alle im Griff hält. Aggressivität in
den Familien, auf der Strasse, unter Jugendlichen, Kindern und
Erwachsenen nimmt zu und vergiftet Verbundenheit und Vertrauen.
Das Versagen der Politik, den Konflikt zu lösen, normales Leben
zu ermöglichen und Sicherheit und Frieden zu sichern, führte zu
Brutalität, Relativierung und Missachtung auch der eigenen
Grundwerte. Wenn Sicherheitssysteme fehlen und
Staatsinstitutionen nicht funktionieren dürfen, dann verbreitet
sich Chaos, zersetzt sich die Gesellschaftsstruktur, Moral und
Lebenswille sinken. Viele wollen nichts mehr hören, nichts
sehen, nichts wissen. Auf die Frage: Wie geht’s? kommt die
Antwort: „Sai il Ama!“, „wie Blindheit!“ Eine Beschreibung, die
nicht nur die Augen, sondern auch die Herzen verschließt,
verwundet. Doch will man es nicht wahrhaben, und gleich folgt
dann: „Gott sei Dank für alles!“, nicht nur, um sich zu trösten,
sondern um sich an Kraft und Hoffnung zu klammern. Es ist das
Leben selbst, das uns zum Leben anspornt, verpflichtet. In
mehreren Schulklassen wurden Kinder der 8. und 9. Klasse
gefragt, was sie sich wünschen, und viele Kinder antworteten:
„Ich will sterben, einfach ins Bett gehen, schlafen und nicht
wieder aufwachen.“ Es ist ein Verbrechen, diese Kinder soweit
kommen zu lassen. Wir alle tragen Verantwortung. Aus unserer
Aufgaben gegenüber der Jugend, so die Fortbildung und
Friedensarbeit, schöpfen wir Kraft und Hoffnung, denn wir
erkennen, es lohnt sich, das zu tun.
Das politische Geschehen überrollt, zerdrückt uns und schleudert
uns ins Ungewisse. Wir fühlen uns unserer Möglichkeiten zu
Denken und zu Handeln beraubt. Wir wissen nicht, was mit uns
geschehen wird. Israelische Militärbesatzer, sie, die
Machthaber, bestimmen über unser Land, über uns Menschen und
unsere Zukunft. Unsere Völker befinden sich auf dem Höhepunkt
des Konflikts, weit wie noch nie entfernt von einander in Sache
Frieden. Ausgerechnet jetzt diktiert die eine Seite allein, was
der anderen Seite übrig bleibt, was sie zu akzeptieren hat.
Niemals kann diese Regelung die Grundlage für Frieden sein. Sie
führt im Gegenteil zur Vertiefung der Feindseligkeit. Solange
die Besatzung andauert, wird der Widerstand sich steigern.
Besatzung und Widerstand sind verflochten, sie sind
wechselseitig Ursache und Wirkung. Das Problem ist, dass die
meisten Israelis den Zusammenhang zwischen Besatzung und
Widerstand nicht sehen, nicht akzeptieren wollen. Es ist
bequemer, aus der Komplexität des Konflikts nur einen Faktor zu
nennen, als den Hauptschuldigen für alles. Aber auch die
Palästinenser wollen immer weniger einsehen, dass auch die
Israelis leiden, Angst haben, dass viele nicht wissen, was bei
uns geschieht; das sei kaum vorstellbar, meinen sie, denn wer
wissen will, könne es wissen. Viele wollen es nicht wissen. Sie
argumentieren: Die meisten wollen soviel wie möglich Land
annektieren, genau so wie die Regierung es will, und hierfür ist
alles recht, auch wenn sie selbst darunter leiden. Mit Angst
kann man leicht die Augen verschließen, den Willen lähmen, das
Schreckliche rechtfertigen. Angst wird deshalb geschürt,
gepflegt und aufrechterhalten. Beide Völker leiden darunter,
beide verlieren, auch an Menschlichkeit. Alle gewinnen, wenn wir
die Angst eingestehen, anerkennen, ansprechen und sie bewusst in
Vertrauen überführen. Politische Versöhnung ist dafür eine
wichtige Grundlage.
Solange unsere Völker in Feindseligkeit leben, stehen
Definition, Interpretation und Rechtfertigung für die eine und
gleiche Sache im Widerspruch, sie richten sich immer gegen die
anderen. Der Sinn für Gerechtigkeit und Objektivität schrumpft.
Die Planung für Landverteilung, Landkarte und Demographie dient
der Entwicklung und Zukunftssicherung der einen Seite. Sie
bedroht aber die Existenz und Zukunft der anderen Seite. Das
Leben und die Zukunft der Menschen werden nicht von Recht oder
Moral geprägt, sondern von Macht und Einfluss. Die Verletzung
von Menschenrechten und Völkerrecht wird nicht mehr
wahrgenommen. UN-Resolutionen, unterschriebene Verträge und
Friedenspläne verlieren ihre Glaubwürdigkeit, weil Fakten
geschaffen werden, um sie zu vereiteln, sie zu verunmöglichen.
Die Mächtigen der Welt schweigen, und wenn sie doch, meist spät,
sich bewegen, dann bemühen sie sich, diese zu Unrecht
geschaffenen Fakten zu rechtfertigen und sie als Teil von
Friedensverhandlungen zu interpretieren, zu integrieren. So wird
scheinbar legitim, was illegal ist. Wundert sich jemand dann,
wenn Fanatismus, Hass und Zorn gegen über dem Westen aufsteigt?
Anstatt die Kluft zwischen Kulturen zu vertiefen, sollten wir
den Mut aufbringen, Selbstkritik zu üben und uns entschließen,
mit Respekt, Menschlichkeit und Verständnis Verständigung und
Versöhnung zu erreichen. Militärinvasion, Landnahme,
Hauszerstörungen und gezieltes Töten sind heute
Alltagsereignisse in unserem Land. Die Mauer umzingelt unsere
Dörfer, erwürgt unsere Städte und schneidet mehr als die Hälfte
des Westbank-Gebiets ab, das von Israel annektiert wird. Also
nichts Neues, es geht weiter wie zuvor, doch heftiger, brutaler
und immer rasanter. Wen kümmert es? Das Anormale wird
Gewöhnungssache, und das Böse wird relativiert. In ständiger
Anspannung fürchten wir das Ungewisse, das Schreckliche. Der
Zufall bestimmt, wann, wo und in welchem Ausmaß das Unheil einen
trifft. Auf der Strasse, beim Einkaufen, auf dem Weg zum
Krankenhaus, zur Schule oder Arbeit lauert die Gefahr. Schüsse,
Bomben und Raketen wüten um uns herum. Viele Menschen werden
obdachlos gemacht, arbeitslos gehalten, sie sind physisch und
psychisch gebrochen. Kollektiv fühlen wir uns in unserer
Existenz stark bedroht. Die Mauer trennt nicht nur Israelis und
Palästinenser, sondern auch Palästinenser von Palästinensern,
ihre Häuser von ihrer Feldern und Arbeitsplätzen. Die Mauer
verwandelt das Land in Ghettos. Wachtürme und Eisentore
kontrollieren und bestimmen Tempo und Frequenz der Bewegung der
Palästinenser. Der Weg zur Arbeit von zehn Minuten könnte zwei
Stunden dauern oder gar für den Tag völlig ausgeschlossen sein.
Ein normales Leben, geschweige denn ein Staat kann so niemals
funktionieren. Die Absicht ist: Wer das alles nicht mehr
aushalten kann, darf das Land für immer verlassen. Genau so
verstehen die meisten Palästinenser die Zionistische Ideologie,
genau so werden die Absichten der Politik von heute gesehen und
empfunden.
Es ist Sommerzeit. Für Israelis gibt es immer Wasser. Aber für
Palästinenser wird das palästinensische Wasser drastisch
gedrosselt. Zwei bis drei Wochen bleibt das Wasser aus, alle
warten und hoffen, das Rauschen des Wassers in den Pipes zu
hören, damit sie alles, was zu füllen ist, füllen können
innerhalb kurzer Zeit, bevor der Wasserhahn wieder geschlossen
wird. Sofort wird geduscht, geputzt, Wäsche gewaschen, auch wenn
es mitten in der Nacht ist. Wer eine eigene Wasserzisterne hat,
öffnet das Haus für andere, damit auch sie duschen oder waschen
können. Viele kaufen Wassertanks zu hohen Preise, so belasten
Wasserkosten das Budget einer Familie erheblich.
Mich beeindruckte die Entschlossenheit einer Frau, nicht
aufzugeben, auch wenn sie immer vom Neuen beginnen muss:
*In einem Ort trennte die Mauer den Kindergarten von den
Wohnorten der Kinder. Die Kindergärtnerin sammelte die Kinder
vor dem größten Hof eines Hauses und sagte: Unser Land ist so
gütig und bleibt groß, wir richten unseren einen neuen
Kindergarten ein. Dieser Hof ist unser Spielplatz, lasst uns ihn
gemeinsam gestalten. Mit Gesang entstand ein Kindergarten im
Freien.
*Seit fast zwei Jahren wartet meine Tochter auf ihren Bräutigam,
denn er sitzt immer noch im Gefängnis, in „Administrativhaft“,
ohne Begründung, ohne Anklage oder ordentliches
Gerichtsverfahren. Sieben Mal war seine dreimonatige Haftzeit
verlängert worden. Am 14. Juli 2004 wäre die Zeit wieder einmal
um, und wir sind voller Spannung, hoffend und fürchtend
zugleich, wird er diesmal frei kommen? Das wünschen wir, das
wäre eine große Freude. Die Hochzeit seiner Schwester wird am
17. Juli sein. Welch eine Freude, ein Wunder wäre es, wenn er
dabei sein würde, denn seine Schwester wird nach der Hochzeit in
USA wohnen. Würde seine Haftzeit wieder verlängert, dann ist es
eine Strafe für die ganze Familie, eine Strafe für seine Braut,
für seine Schwester, die auf unbestimmte Zeit ins Ausland geht,
ihn nicht sehen könnte. Wir wollen dennoch hoffen und sogar
beginnen, uns zu freuen!
Wir freuen uns auch, weil mein Sohn Anis am 10 Juli 2004 zurück
nach Hause kommt, nachdem er sein Medizin Studium in Innsbruck
abgeschlossen hat. Er wird im Krankenhaus in Ramallah arbeiten.
Ganz Birzeit und viele in Ramallah warten, um gemeinsam sein
Heimkehr zu feiern. Es ist ein Segen, dass unsere Kinder wohlauf
sind, ihr Studium schaffen, Verantwortung tragen können und
wollen. Wir sind froh und dankbar. Es muss immer ein Grund zum
freuen gefunden werden, der uns trägt!
Meine Fortbildung und Friedensarbeit in Palästina geht weiter
und erweitert sich: Begegnungszentrum in Birzeit Beratung,
Erziehung und Begleitung von Frauen und Mädchen in Birzeit/Palästina.
Die Situation in Palästina ist schwer, und die Menschen leben
unter ständiger Gefahr, ohne Schutz, ohne Perspektive. Viele
Menschen können das psychisch nicht verkraften. Zunehmend leiden
Männer, Frauen und Kinder unter Verfolgungswahn, Depressionen,
Schizophrenie und Verwirrung. Nur mit schweren Medikamente
können sie unter Kontrolle gehalten werden. Die Aggression
innerhalb der Familien steigt und wirkt sich wie folgt aus:
Mädchen werden von der Schule ferngehalten, weil kein Geld
vorhanden ist, um Schulgeld oder Fahrtkosten zu zahlen. Dazu
kommt die Angst, es könne unterwegs Gefahr die Mädchen bedrohen.
Diese Gewalt nimmt zu in Form von Misshandlungen, Schlägen,
Belästigung und sogar Vergewaltigung. Zwang zu frühem Heiraten
ist die Folge: Die Mädchen heiraten mit 15-18 Jahren, um
auszubrechen aus der Familie oder weil die Familie die Sorge für
die Mädchen los sein will. Die Verantwortung wird dann an den
Mann übertragen.
Im Rahmen der Fortbildung und Friedensarbeit mit Jugendlichen in
Palästina erkannte ich die Notwendig für Beratung und Begleitung
von Mädchen, die ihre Sorgen und Probleme im Vertrauen
besprechen wollen und dadurch die Chance bekommen, sich selbst
zu helfen, sich zu retten. Sie sollen die Freude am Leben
behalten, ein Leben, das sie gestalten durch Bildung und
Menschlichkeit. Sie sind die Mütter der Zukunft, die Lehrerinnen
und Erzieherinnen. Als Modell für den Aufbau der
Zivilgesellschaft soll diese Pioneer-Arbeit in Birzeit
fungieren. Qualifizierung der Mädchen und Frauen, um ihre
sozialen und menschlichen Probleme anzusprechen, sie zu
motivieren, zu bestärken und zu ermutigen, nach Lösungen zu
suchen, ist die Basis. Die Frauenorganisation in Birzeit, die
sich um wichtige Gesundheitsdienste kümmert, ambulante Klinik
und Geburtshaus, könnte später diese Arbeit als ihre Aufgabe
erkennen und sich anschließen. Wie schütze ich mich vor
Belästigung, Unterdrückung und Gewalt in der Familie, in der
Schule und auf der Strasse? Wie suche ich nach Hilfe? Wie
bestärke ich mich selbst? Wie erkenne ich meine Rolle gegen über
mir selbst und den anderen Mädchen, die Hilfe brauchen, und wie
organisieren wir uns? Das sind wichtige Fragen. Soziale und
psychische Beratungen sind notwendig, um zu lernen, sich
auszudrücken, darüber zu sprechen und Hilfe zu suchen. Die
Fortbildung und Friedenserziehung läuft ergänzend parallel.
Training in gewaltfreien Kommunikations- und Dialogfähigkeiten
sind wichtig, und der Zugang zu Hilfsstellen muss ermöglicht
werden. Wöchentlich findet ein Treffen der Frauen- und
Mädchengruppe statt, und jeden Tag können vertraulich
individuelle Gespräche geführt werden. Im Jahr 2003 fanden alle
Begegnungen in Räumen der Schule, Kirchgemeinde, Universität und
im Jugend-Club statt. 2004 werden die meisten Seminare, vor
allem die für Männer (Schüler und Studenten) weiterhin in den
Räumen der genannten Institutionen stattfinden. Unsere Erfahrung
zeigte uns jedoch, dass eigene Räume gemietet werden sollten als
Begegnungsstelle, Anlauf-, Koordinations- und Beratungsstelle,
damit jedes Mädchen hinkommen kann, ohne erkannt zu werden, um
individuelle persönliche Gespräche zu haben und nach Hilfe zu
suchen. In den bisherigen Räumen war dies nicht möglich, es gab
zu wenig Platz und zu viele Beobachter. Deshalb haben wir ein
Zwei-Zimmer Wohnung gemietet, die Ort der Begegnung für Mädchen
sein soll, wo private individuelle Beratung und Begleitung
stattfinden kann. Auch die Seminare für junge Frauen und
Mädchen, die nicht an Schulseminaren teilnehmen können, finden
in dieser Begegnungsstätte statt. Sie dient auch als Lese- und
Lernraum für Schülerinnen, die Zuhause keine Ruhe haben, und für
Besprechung von Video-Filme relevanter sozialer und politischer
Themen, für Leadership-Training und kulturelle Aktivitäten; es
gibt auch Zugang zu Computer und Internet. Dorthin zu kommen
wird von den Familien respektiert und als zulässig angesehen.
Fernseher und Video wurden von der katholischen Seelsorge zur
Verfügung gestellt. Dafür und für die Begleitung, die wir von
vielen erfahren dürfen, möchte ich herzlich danken.
Seit Anfang des Jahres 2004 haben wir in Palästina sechs
Gruppen:
* Studentinnen / Birzeit Universität, Old Campus
* Junge Frauen in der Ausbildung
* Schüler und Schülerinnen Talitha Kumi in Beit Jala/Bethehem
* Studenten und Studentinnen der Universität Birzeit –
Journalismus
* Katholische Schule: Training von Trainern, Oberschülerinnen/
Schülern und Lehrerinnen
* Katholische Gemeinde - Aktive Jugend, Mädchen und Jungen aus
allen Konfessionen
* Majidah Waseelah Schule: Seminare im Sommer und Herbst
Von März bis Juni 2004 haben wir 36 Seminare durchgeführt. Die
Themen sind:
* Gewaltfreie Kommunikations- und Dialogfähigkeit
* Selbststärkung, Selbstvertrauen, Selbstwertgefühle erkennen
und entwickeln
* Techniken des Zuhörens, des produktiven Dialogs, konstruktiver
Kritik und Umgang mit Kritik
* Bedeutung des Spielens in der Erziehung
* Auswirkungen und Gefahren des Fernsehens
* Kooperation in der Gruppe
* Vorbild als Gruppenleiter, Eigenschaften der Erzieherinnen und
Erzieher
* Gegenseitiger Respekt
* Martyrer, Rache, Töten und Selbstmordattentate
* Identität: Zugehörigkeit zu Familie und Sippe, zum Wohnort und
zu einer politischen Partei, zu Religion und Kultur, Fanatismus
* politische Hinrichtung
* Freundschaft und Liebe
* wie übermittele ich meine Botschaft?
* wie erreiche ich einen verantwortlichen Person?
* wie gehe ich um mit Probleme und mit Angst, wie suche ich
Hilfe?
* Wie verarbeite ich Nachrichten und wie gehe ich um mit Medien?
Die Durchführung der Fortbildung und der Friedensarbeit im Jahr
2003 war eine besondere Aufgabe, die uns viel Freude bereitete
und aus der wir viel lernen durften. Der Nutzen für die
Teilnehmerinnen ist unermesslich hoch. Auf der Strasse, beim
Einkaufen, im Kirchhof und vor der Moschee, bei Freude- und
Trauertreffen sprechen alle begeistert über unsere Begegnungen,
und viele Frauen und Mädchen würden sofort mitmachen, falls wir
neue Gruppen öffnen. Solcher Erfolg ist selten, aber sehr
bedeutsam in dieser schweren Zeit, wo viele von Trauer, Wut,
Unmut und Hoffnungslosigkeit beherrscht sind. Unsere Treffen
öffnen die Augen und die Herzen, um an sich selbst zu arbeiten,
das Positive, das Gute in sich selbst und in den Anderen zu
erkennen, wahrzunehmen und hervorzuheben. Wir lernen, unsere
Werte und Ideale zu entdecken, um sie zu leben, sie zu wahren.
Wir stützen uns auf unseren Glauben und auf unsere
Menschlichkeit. Wir wollen Vorbild sein, den Menschen, vor allem
der Jugend helfen zu überleben und unsere Menschlichkeit zu
bewahren. Wir bleiben dran, denn wir glauben an unsere
Botschaft.
Sumaya Farhat-Naser
Die christliche Palästinenserin Sumaya Farhat-Naser wurde 1948
in Bir-Zeit bei Jerusalem geboren. Nach dem Studium der
Biologie, Geographie und Erziehungswissenschaften an der
Universität Hamburg promovierte sie 1982 in Angewandter Botanik
und lehrte von 1982 bis 1997 Botanik und Ökologie an der
Bir-Zeit-Universität, wo sie seit Februar 2002 wieder arbeitet.
Neben ihrem naturwissenschaftlichen Interesse engagiert sich
Sumaya Farhat-Naser vor allem für die palästinensische
Gesellschaft insbesondere für Frauen und Jugendliche. Sie ist
Mitgründerin und Mitglied zahlreicher Frauenorganisationen, der
Deutsch-Palästinensischen Gesellschaft und initiierte
Bildungsprogramme für palästinensische Frauen und Jugendliche.
Prof.Dr.Sumaya Farhat-Naser
Birzeit University
Birzeit-Palestine
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