Dringende Informationsveranstaltung in Wien beleuchtet den Vernichtungs- und Aushungerungskrieg im Norden des Gazastreifens
2024-11-20
WIEN — Am Mittwoch, dem 20. November 2024, fand in den Räumlichkeiten der Palästinensischen Gemeinde in der österreichischen Hauptstadt Wien eine dringende Informationsveranstaltung statt, um die katastrophale humanitäre Lage und den andauernden Vernichtungskrieg im Norden des Gazastreifens zu beleuchten. Die Veranstaltung, die unter dem Schirm des Bündnisses „Palästina Solidarität Österreich“ (PSÖ) organisiert wurde, zielte darauf ab, das westliche mediale Schweigen zu brechen und die Politik des systematischen Aushungerns sowie der erzwungenen Vertreibung gegen die verbliebene Zivilbevölkerung im Norden des Gazastreifens offenzulegen.

Die Konferenz bot Augenzeugenberichte von Ärzten und Aktivisten direkt aus dem Zentrum des Geschehens:

Dr. Shadi Abu Daher, Vorsitzender der Palästinensischen Ärzte und Apotheker in Österreich und gebürtig aus dem Flüchtlingslager Jabaliya, hielt eine Rede, in der er offenlegte, dass er während des Völkermords mehr als einhundert seiner zivilen Familienmitglieder und Verwandten durch die direkte Bombardierung ihrer Häuser verloren hat. Er zeigte Bilder seiner Familie und ihres Wohnorts, der vollständig dem Erdboden gleichgemacht wurde. In seinem Bericht konzentrierte er sich auf die Brutalität der Überfälle; dabei sprach er über seinen Neffen, auf den Besatzungssoldaten auf der Straße geschossen hatten und der sechs Stunden lang hilflos bis zum Tod verblutete, weil die Panzer der Besatzung den Sanitäts- und Rettungswagen jegliche Annäherung verwehrten und sogar direkt auf jeden schossen, der versuchte, ihn zu retten. Er wies darauf hin, dass sich noch immer Hunderte von Leichen unter den Trümmern befinden und die medizinischen Teams sie aufgrund der anhaltenden Angriffe auf Rettungskräfte nicht bergen können.

Dr. Mohammad Mostafa Salha, Direktor des Al-Awda-Krankenhauses im Flüchtlingslager Jabaliya, konnte aufgrund des anhaltenden Bombardements nicht live per Video zugeschaltet werden. Er übermittelte jedoch eine aufgeteilte Audionachricht, in der er bestätigte, dass das verbliebene medizinische Personal trotz des völligen Ausfalls von Treibstoff, Strom und medizinischen Hilfsgütern weiterhin chirurgische Eingriffe unter unmenschlichen Bedingungen durchführt.

Mariam El Abbassi, eine österreichische Krankenschwester aus dem Bundesland Tirol, die kürzlich von einer humanitären Mission im Norden des Gazastreifens zurückgekehrt ist, gab ihren Bericht über die systematische Verletzung des humanitären Völkerrechts durch die Besatzung ab. Sie sprach über die sadistischen Praktiken der Besatzungssoldaten an den Übergängen, wo humanitäre Hilfskonvois — selbst jene der Vereinten Nationen, die über eine vorherige Sicherheitskoordination verfügten — stundenlang in der Sonne festgehalten werden, um sie zur Umkehr zu zwingen, ohne ihre Ladung gelöscht zu haben. Mariam erwähnte ein schockierendes Detail, das das Ausmaß des Willens zum Aushungern widerspiegelt: Die Soldaten beschlagnahmten die privaten „Dattelriegel und Nahrungsergänzungsmittel“ (Müsliriegel) des internationalen medizinischen Personals, um zu verhindern, dass sie diese an Kinder oder palästinensische Bürger weitergeben, denen sie auf ihrem Weg begegnen. Sie betonte, dass das verbliebene Brunnenwasser im Norden durch die Zerstörung der Infrastruktur durch die Besatzung salzig und chemisch verunreinigt sei und die Einwohner von den spärlichen Resten alter Konserven leben.

Nicole Schöndorfer, eine österreichische Journalistin, legte präzise Statistiken vor, die das Ausmaß der Zerstörung dokumentieren, und kritisierte die westlichen Medien scharf, die die Realität vor Ort verfälschen und versuchen, die Standhaftigkeit des widerständigen palästinensischen Volkes auf seinem eigenen Boden zu kriminalisieren.

Zum Abschluss richtete der Moderator der Veranstaltung, Willi Langthaler, einen dringenden Appell an die Anwesenden, die Stimme weiterhin zu erheben, die dokumentierten Wahrheiten über die sozialen Medien zu teilen und den Narrativen der systematischen Desinformation entgegenzutreten. Die Veranstaltung wurde gemeinschaftlich von der „Initiative Palästina Solidarität“, der „Palästinensischen Gemeinde in Österreich“, dem Kulturforum „Handala“, der „Antiimperialistischen Koordination“ sowie der Gruppe „Frauen in Schwarz in Wien“ unterstützt.

Bildquelle
https://www.palaestinasolidaritaet.at/2024-11-23-stimme-gegen-die-vernichtung-der-palaestinenser-nordgazas-erheben/