Unter dem Motto „Links, die uns verbinden“: Podiumsdiskussion und Workshop in Wien zur Vorstellung des Projekts „Zines aus Gaza“ (Zines from Gaza)
2026-05-24
WIEN — In den Räumlichkeiten der Palästinensischen Gemeinde in der österreichischen Hauptstadt Wien fand am Samstag und Sonntag, dem 23. und 24. Mai 2026, eine besondere Kultur- und Solidaritätsveranstaltung unter dem Titel „Links, die uns verbinden“ (Bound Together) statt. Die Veranstaltung wurde gemeinsam vom kollektiven Verlag „Coastal Lines Press“, dem Bündnis „Palästina Solidarität Österreich“ (PSÖ) und der „Palästinensischen Gemeinde in Österreich“ (PGÖ) im Rahmen einer laufenden Tournee des humanitären Kulturprojekts organisiert. Ziel war es, unabhängige literarische Werke vorzustellen, die aus dem Herzen des Leidens und der Standhaftigkeit im Gazastreifen stammen.

Die Veranstaltung zielte darauf ab, „unabhängige Mini-Magazine“ (Zines) — kleine, von Hand gefertigte und gebundene Hefte — als Werkzeug zur Dokumentation menschlicher Erfahrungen und zur grenzüberschreitenden Verbreitung literarischer Kreativität als Mittel des kulturellen Widerstands und der menschlichen Kommunikation über große Distanzen hinweg zu beleuchten.

Aktivitäten des ersten Tages (Samstag, 23. Mai): Projektvorstellung und Live-Gespräch mit Autorinnen aus Gaza
Die Veranstaltung begann am Samstagabend mit einer umfassenden Einführung in den Verlag „Coastal Lines Press“, ein Jugendkollektiv, das eine Auswahl von Autoren und kreativen jungen Menschen im Gazastreifen umfasst. Die Idee basiert auf der Veröffentlichung unabhängiger kleiner Hefte und Magazine (Zines), die Gedichte, Prosatexte und Augenzeugenberichte enthalten. Diese reisen wie Schiffe von Küste zu Küste, tragen die wahren Stimmen Gazas in die Welt und bauen Brücken direkter menschlicher Solidarität, wobei der Erlös aus diesen Worten und Verkäufen in lebenswichtige Nothilfe für die Familien der Autoren im Gazastreifen umgewandelt wird.

Der Höhepunkt des Abends war ein direktes Live-Videogespräch über das Internet mit einer Reihe von Schriftstellerinnen und Autorinnen des Kollektivs im Gazastreifen. Das Publikum in Wien hörte ihre Berichte und Erfahrungen über das Schreiben und Dokumentieren unter Bombardierung und Belagerung sowie ihre Diskussionen über die Rolle des freien Wortes im Angesicht von Auslöschungs- und Vertreibungsversuchen.

Aktivitäten des zweiten Tages (Sonntag, 24. Mai): Interaktiver Workshop zum manuellen Binden der Magazine
Am folgenden Tag fand ein ausgedehnter, praktischer und interaktiver Workshop statt, bei dem das Publikum und Teilnehmer verschiedener Nationalitäten die Gelegenheit hatten, die Techniken der manuellen Herstellung und Bindung dieser Mini-Magazine (Zines) gemeinsam und ohne Vorkenntnisse zu erlernen.

Der Workshop stieß auf große Resonanz; die Teilnehmer tauschten Gedanken und Ideen aus und stellten mit eigenen Händen Hefte mit Solidaritätsbotschaften her. Dies verkörperte das menschliche Konzept, dass diese Hefte — trotz ihrer geringen Größe — ein großes moralisches und politisches Gewicht haben. Sie sammeln Fragmente von Gedanken, Funken des Widerstands sowie Momente der Fürsorge zwischen Menschen und werden von Hand zu Hand weitergegeben zu einem Mittel der Kommunikation über weite Distanzen. Dies erklärt das Scheitern der Versuche des internationalen Systems, die menschliche Tragödie auf trockene, offizielle „PDF“-Formate zu reduzieren.

Es ist erwähnenswert, dass das Projekt „Zines aus Gaza“ große Aufmerksamkeit und Interaktion auf Social-Media-Plattformen und seiner offiziellen Website www.coastallinespress.com erfährt, auf der es seine humanitäre Mission fortsetzt, die Tiefe des Willens und der kollektiven Vorstellungskraft des palästinensischen Volkes zu zeigen.